EPS 010 – WordPress Kursplattform starten – was zuerst stehen muss

Hallo zum Abschluss der Miniserie, was du am Anfang nicht machen solltest. Das ist die letzte Folge dieser Miniserie und wenn du die anderen zugehörigen Folgen noch nicht gehört hast, gebe ich dir gleich einen Grund, das nachzuholen. Ich hatte mir vier Themenpunkte herausgesucht, die ich bewusst aus dem Kursaufbau von 7BizWorks herausgenommen habe. Nicht, weil sie unwichtig sind, sondern weil sie zum falschen Zeitpunkt mehr Schaden anrichten können, als dass sie dir nutzen würden. Der erste Punkt ging es um Cache, warum wir den Object Cache am Anfang dabei haben wollen und dass dieser vollkommen ausreicht und du dich nicht mit komplexen Caching Tools auseinandersetzen musst, weil die zu Anfang eher eine Falle sein können, als dass sie dir helfen. Der zweite Punkt war komplexe Statistiken, warum Zahlen erst in einer gewissen Menge sinnvoll sind und wenn du überhaupt weißt, was du messen möchtest und was du daraus an Schlussfolgerungen für dich ziehen kannst. Dritter Punkt war das intensive SEO, warum du erst Content benötigst und was du am Anfang direkt schon richtig machen kannst, ganz ohne ein SEO-Plugin.

Der vierte Punkt war, dass du dich entscheiden musst, ob du eine Kursplattform aufbauen willst oder mit einer Community startest. Warum Kurs und Community zwei grundlegende verschiedene Dinge sind mit anderen Regeln, anderen Voraussetzungen, anderen Zielen und warum es wichtig ist, dass du dich am Anfang für eins entscheidest und darauf deinen Fokus festlegst. In dieser heutigen letzten Folge geht es um den Gegensatz. Was darf nicht warten? Was muss stehen, bevor der erste Teilnehmer oder der erste Mensch überhaupt auf deine Seite kommt? In den vorigen Folgen habe ich dir schon einiges aufgezählt, was du zu den einzelnen Themen immer von Anfang an machen solltest oder womit du als Alternative startest, bevor die Themen wirklich intensiv angegangen werden sollen. Heute kommen einige To-Dos in die Folge, die eben nicht warten können und die eine Grundlage für deinen Start sind und für die gesamte Aufbauphase. Also wenn du die anderen Folgen bereits gehört hast, dann hast du jetzt schon eine Liste von Dingen, die warten können. Das ist immer gut, wenn man sich etwas Raum schafft. Wenn man einen To-Do-Zettel hat, wo man Aufgaben einfach mal wegstreichen kann, diese ausklammern, in ein Fach oder in eine Schublade legt, markiert später, weil alles, was nicht nötig ist, schafft uns erstmal Raum. Und dieses Unnötige kann warten und das Ganze ohne ein schlechtes Gewissen.

Aber was darf nicht warten? Das sind die Dinge, die dein System tragen, bevor der erste Nutzer kommt, bevor der erste Kauf passiert, bevor irgendjemand außer dir selbst diese Seite überhaupt wahrnimmt. Und wir starten mit dem ersten Thema und das ist die Sicherheit. Dein System steht im Internet, also können Angriffe passieren und die passieren nicht irgendwann, die passieren täglich, automatisiert, ohne Vorwarnung, mit hoher Sicherheit, noch bevor ein einziger realer Besucher überhaupt auf deiner Seite war.

Täglich hört man, dass neue Sicherheitslücken gefunden wurden und dass diese Fehler eventuell schon seit Jahren bestehen und jetzt auch mittels KI noch schneller oder überhaupt aufgedeckt werden, was durchaus gut ist. Aber leider arbeiten nicht nur nette Menschen im Internet und auch nicht nur nette Menschen nutzen diese Tools. Also sobald eine Sicherheitslücke bekannt ist, dauert es nur ein paar Stunden und dann werden diese offenen Stellen ausgenutzt oder angegriffen. Und es wäre töricht zu sagen, es gibt das 100% sichere System. Das existiert vielleicht mal für eine gewisse Zeit, aber wahrscheinlich eher nur für einen sehr geringen Zeitraum und niemals auf Dauer. Aber wenn du bewusst ein nicht gepflegtes und nicht abgesichertes System mit all den Mitteln, die wir ja haben, aufstellst, dann ist das nicht mal ein halbfertiges System, sondern ist es ein offenes Scheunentor. Und das wäre fahrlässig, das darfst du nicht und das musst du auch nicht, weil es gibt genug Möglichkeiten, die dir auch die Kontrolle darüber geben. Aber je nachdem, wie viel Kontrolle du über dein System hast, also alleine auch über deinen Server, das entscheidet sich, ob du einen Server selbst managst mit einem Management-Tool für einen Server oder ob du einen Hosting-Service nutzt, der den Server an sich managt, kannst du unterschiedliche Einstellungen auf allen geltenden Ebenen machen. Und diese Ebenen können wir in drei Stufen einteilen. Wir haben Server Top Level, also alles was auf der Server Ebene passiert, dann alles was die Installation deiner WordPress Seite betrifft auf dem Server, also ein gewisser Teil auf dem Server und natürlich innerhalb von WordPress selbst. Hierfür gibt es durchaus schlanke Security-Plugins, die dir helfen, bestimmte Einstellungen vorzunehmen und sich direkt schon im Vorfeld gegen diese Angriffe abzusichern. Von der Minute an, wo du WordPress auf dem Server installierst, drehen sich die ersten Minuten oder Stunden eigentlich erstmal nur um die Einstellung der Sicherheit. Voraussetzung ist, dass dein Server bereits alle nötigen Sicherheitseinstellungen hat und das betrifft vor allem natürlich dein Betriebssystem auf dem Server, das sollte den neuesten Stand haben.

Wenn du einen Managed Hosting Service gebucht hast, dann kümmert sich dieser Service darum, dass der Server aktuell ist, alle dortigen Firewall-Regeln gelten und greifen und wahrscheinlich auch bestimmte Zugriffe direkt geblockt werden. Wenn du selbst den Server managst, dann hast du mit einem Server-Management-Tool dort die Möglichkeiten, diese Einstellungen vorzunehmen, je nachdem, was du für ein System nutzt. Hier gibt es auch unterschiedliche Anbieter, die dir solche Tools zur Verfügung stellen. Die haben in der Regel, sobald dein Server mit diesem Tool installiert wird und vorbereitet wird für die WordPress-Installation, auch schon Standardeinstellungen wie Firewall und bestimmte Zugriffsregelungen, dass du halt eben nicht direkt wie ein offenes Scheunentor dastehst. In WordPress gibt es die aller, aller wichtigsten Einstellungen und das ist dein Login absichern, also ein sicheres Passwort und mit einem sicheren Passwort meine ich auch ein sicheres Passwort. Das sollte mindestens 24 Zeichen haben, keine vollständigen Wörter, sondern unterschiedliche Zahlen, Buchstaben, Sonderzeichen, einmalig vergeben. Nutze dafür einen Passwortmanager, dann brauchst du dir das nicht merken, hast du dann in deinem Passwortmanager abrufbar bereit und dann ist das schon mal die erste Grundregel. Die zweite ist ein 2FA einrichten, also eine Zwei-Faktor-Authentifizierung mittels einem Security-Plugin, das dir diese Funktion dann bietet und du ein zweites Gerät nutzen musst, um dich als Admin auf deine Seite einzuwählen. Auch hier noch ein kleiner Hinweis, wenn du nicht aktiv auf deiner WordPress-Seite als Admin arbeitest, dann logg dich aus. Lass nicht dein Login für Tage oder sogar Wochen aktiv, weil auch hier können unter anderem bestimmte Cookies gesetzt werden, die durch Angreifer ausgenutzt werden. Also wenn du fertig bist mit deiner täglichen Arbeit, einmal abmelden.

Wenn du in WordPress die Sicherheitseinstellung vornimmst, dann fängt es schon an, dass du alles Unnötige, was WordPress an Funktionen bietet, die du aber nicht nutzt, abschaltest. Die Angriffsfläche wird dann wesentlich kleiner und hier gibt es die Security Plugins, die sehr nützlich sein können. Hier gehen auch die Meinungen auseinander. Manche meinen, dass diese Security Plugins überladen sind und selber Schwachstellen bieten. Sicherlich auch alles richtig. Ich habe für mich festgestellt, dass es durchaus Security Plugins gibt, die mich als Admin unterstützen, bestimmte Funktionen abzuschalten oder es halt eben den Angreifern so schwer wie möglich zu machen, dass man hier bestimmte Regelungen aufstellt. Und in der Regel sind diese Angriffe nicht durch einen einzelnen Menschen, sondern es sind meistens automatische Bots, die das Internet abgrasen und versuchen auf die allgemein bekannten Schwachstellen einzuwirken. Und hier fängt es halt eben an mit den einfachen Usernamen. Den Username Admin solltest du niemals verwenden oder halt eben ein schlechtes Passwort, kein 2FA. Alles, was ich eben gesagt habe, sind schon grundsätzliche Sachen, die man beachten kann ohne große Probleme und schon einen großen Teil damit bewältigt hat. Zusätzlich eine weitere Spielregel, wenn Plugin-Updates zur Verfügung stehen, die vor allem Sicherheitsregelungen verbessern in dem Plugin, dann zögere nicht zu lange, diese dann auch durchzuführen und das Plugin auf die aktuelle Version upzudaten.

Mal hier als kleiner Recap die drei häufigsten Angriffe, die in der Regel automatisiert ablaufen bei einer WordPress-Seite. 90% aller WordPress-Sicherheitslücken befinden sich in den Plugins, die du zusätzlich installierst und nicht im WordPress-Kern selbst, also nicht in den Core-Files von WordPress selbst. Und von diesen Schwachstellen entstehen 50% durch einfach veraltete Plugins, die entweder nicht von dem User upgedatet wurden oder auch von dem Hersteller gar nicht gepatcht wurden.

Also es gibt eine alte Version, die gibt es schon seit Jahren, da wurde nie wieder was dran angefasst und somit wurden auch keine Sicherheitsschwachstellen gefixt und die stehen dann halt eben so da. Du als User kannst da wenig bis gar nichts machen, wenn der Hersteller sich nicht um sein Plugin kümmert. Du hast daraus zwei Konsequenzen. Erstens, je weniger Plugins du hast, desto geringer ist diese Angriffsfläche. Weil jedes Plugin, was du nicht brauchst, ziehst du auch dann dein Risiko kürzer, dass dort ein Angriff stattfinden kann. Und natürlich ein Plugin, was seit einem Jahr nicht mal ein Update hatte. Und sei es, dass der Hersteller einmal gesagt hat, ich habe das jetzt gecheckt, ich habe das geprüft nach den aktuellen Sicherheitsregelungen oder Richtlinien von WordPress, dann ist dieses Plugin auch nicht wirklich nutzbar.

Also der kann ja auch nur sagen, ich prüfe es und habe es geprüft und es ist alles weiterhin gut. Du brauchst keine Sorgen zu haben. Das ist ja schon ein gutes Feedback, wo du weißt, aha, da kümmert sich noch jemand aktiv um sein Produkt. Der zweite Punkt sind schlechte Zugangsdaten oder eben fehlende Login-Absicherungen. Ein erheblicher Teil der Angriffe basiert auf der schlechten, nennen wir es Sicherheitshygiene. Also gestohlene oder schwache Passwörter ermöglichen es Angreifer direkt, sich in den Admin-Zugang einzuloggen, wenn du immer dasselbe Passwort nutzt für alle deine Logins, wo auch immer.

Und irgendwo ist dieses Passwort leider nicht gehasht hinterlegt. Es steht dort offen in der Datenbank, das wurde abgegriffen. Und jemand kommt auch über deinen Namen, E-Mail-Adresse auf deine WordPress-Seite durch Automationsvorgänge und zack ist er drin, weil du hast dasselbe Passwort verwendet. Deswegen nutze ein eigenständiges, langes, komplexes Passwort für deinen Zugang. Und schon erwähnt, Standardname, Admin bloß nicht. Schwache Passwörter vermeiden, auf jeden Fall 2FA einschalten. Das sind schon die einfachsten Sachen, die man direkt am Anfang machen kann und hat schon eine große Hürde genommen, um diese automatisierten Angriffe abzublocken. Das kostet dich 5 Minuten beim Setup und schließt die häufigsten Angriffswege komplett aus. Der dritte Tipp für die WordPress-Sicherheit sind Standardpfade und sichtbare Systeminfos verbergen. WordPress hat bekannte Standardpfade, die jeder kennt, wie WP-Admin oder WP-Login oder XML-RPC. Das sind alles Punkte, die man relativ schnell abschalten kann oder verändern, damit automatisierte Angriffe diese gar nicht erst prüfen können, weil diese Pfade sind bekannt und die werden millionenfach täglich ohne Pause abgescannt.

WordPress zeigt standardmäßig an, welche Version du nutzt und wer die Version von WordPress kennt und dann auch bestimmte Sicherheitsprobleme, dann können hier diese bekannten Lücken von dieser Version gezielt ausgenutzt werden können. Beides lässt sich mit wenigen Handgriffen absichern. Login kann geändert werden, Versionsnummer kann versteckt werden, XML-RPC deaktivieren, wenn du es nicht brauchst. In der Regel brauchst du es nicht. Und das ist auch ebenfalls kein großer Aufwand, aber ein deutliches kleineres Angriffsziel, wenn das abgeschaltet ist.

So, das war jetzt ein recht großer Block um die Security herum. Aber damit möchte ich dir auch nochmal zeigen, wie wichtig und sensibel du dieses Thema angehen solltest. Und hast du die Security für dich geregelt, eingestellt nach der Installation, kommen wir zum zweiten Punkt und das ist auf deiner To-Do-Liste Backups. Backups ist kein optionales Feature. Backups ist kein Thema für mache ich später, wenn die Seite fertig ist. Backups ist ein Thema, was sofort gültig ist, direkt nach den ersten Sicherheitseinstellungen. Alles, was du einstellst, alles, was du dir überlegst, aufbaust, testest, das gehört alles in dein Backup rein, denn wenn du kein Backup hast, ist alles innerhalb von einer Minute weg, wenn es zu einem Fehler kommt oder du selbst einfach Mist gebaut hast. Das ist keine Übertreibung, ich habe das selber am eigenen Leib schon erfahren, Gott sei Dank immer nur auf einer Testebene.

Somit mach die Backup-Regelung gleich als To-Do Nummer 2, wenn es um die Installation von WordPress geht. Ein Backup ist das absolute Minimum. Ich würde eher sagen, das Minimum sind zwei Backups und der Standard sind drei unterschiedliche Backups abgespeichert. Kann das lokal sein, bei dir, zu Hause, auf einer Festplatte, auf einem anderen externen Server, ist es natürlich noch wesentlich besser. Ich habe ein Prinzip mir aus meinem Studium zum Audioingenieur angeeignet, vor jetzt schon fast einem Jahrzehnt lang her, welches ich immer nutze. Und ich habe immer drei Backups, die an drei unterschiedlichen Orten gespeichert werden und auch durch drei unterschiedliche Systeme gespeichert werden. So, falls mal ein System ein Problem mit einem Backup hat, dies zu erstellen, hat das andere auf jeden Fall noch ein Backup parat.

Hier ist ein kurzer Tipp. Ein Backup von deinem Server. 1 zu 1, einmal in sieben Tagen, ist nicht zu wenig und auch nicht zu häufig. Wenn du einen eigenen Server nutzt, zum Beispiel bei Hetzner, da habe ich meinen Server. Hetzner bietet dir an, direkt mit einer Serverbuchung auch ein Backup-Paket dazu zu buchen. 20% zu deinen Kosten für den Server werden obendrauf geschlagen. Dafür wird dein Server automatisch mit gebackupt. Und zwar an einem anderen Ort. Wenn es im selben Datencenter ist, ist es in einem anderen Brandschutzabschnitt. Somit ist es halt eben auch nicht direkt nur daneben, sondern wirklich an einem anderen Ort. Wenn du ein Hosting-Service nutzt, dann bieten die dir in der Regel auch eine Backup-Funktion an. Die solltest du nutzen, solltest du klären, wo liegt das Backup, weil wenn das Backup direkt auf demselben Server neben deiner eigenen Installation liegt, der Server hat Probleme, hilft dir dieses Backup überhaupt nicht.

Dann habe ich noch Backups von allen WordPress-Core-Dateien und den Files wie Bilder oder wenn ich Audio-Dateien auf dieser WordPress-Installation gespeichert habe. Diese laufen täglich als Incremental Backup, also es werden täglich einmal immer nur die Änderungen zum Vortag ergänzt und einmal in der Woche wird ein komplettes Backup gemacht und alle diese Daten speichere ich für 10 Tage Minimum. Und das ganze System läuft einmal außerhalb von WordPress auf meinem Server aus und einmal in WordPress mit einem WordPress Plugin. Hinzu kommt die Speicherung der Datenbank und das ist eine sehr kritische Variante, die man durchaus sich nochmal hervorrufen muss, denn in der Datenbank werden alle User-Daten, alle User-Vorgänge abgespeichert. Somit sind diese Daten eigentlich noch viel wichtiger als die Core-Files und die anderen Bilddateien oder so, die du eh wahrscheinlich auf deinem Rechner zu Hause noch hast. Also Backup der WordPress-Datenbank.

Hier habe ich auch ein Incremental-Backup, was alle zwei oder vier Stunden läuft, je nachdem, wie viel Traffic auf der Seite halt ist. Wenn mehr los ist, dann stelle ich auf zwei Stunden um. Wenn noch nicht so viel los ist, wenn ich selbst daran arbeite, dann reichen vier oder sogar auch acht Stunden aus. Und natürlich einmal in der Woche auch ein komplettes Backup. Wichtig ist, was man oft vergisst, einfach diesen Schalter umlegen, einstellen, wann sollen die Backups laufen und dann ist gut. Und da hört die Backup-Strategie aber noch nicht auf, weil du musst sicherstellen, dass die Backups auch funktionieren. Also du musst deine Backup-Tools testen. Am besten auch mal checken, vielleicht nicht auf der Production-Seite, sondern auf einer Testebene, funktioniert das überhaupt so, wie ich mir das überlegt habe mit den Backups. Wenn ich was kaputt mache, dass ich nicht mehr auf die Seite komme und ein Backup fahren kann außerhalb, komme ich dann wieder rauf oder wenn ich was kaputt gemacht habe, sodass ich zwar noch reinkomme, aber irgendwie die Seite sieht nicht mehr aus, wie sie sein soll, kann ich dieses Backup anklicken und wieder herstellen und ist dann auch wirklich alles so, wie es sein soll. Und die letzte Variante oder die letzte Option, die du haben solltest, wäre ein Notification System, das auslöst, wenn ein Backup fehlschlägt. Mein Server Management Tool hat so ein Nachrichtensystem, das heißt, ich bekomme eine E-Mail, wenn ein Backup fehlschlägt. Auch in meinem WordPress Plugin gibt es diese Einstellung, dass man sagen kann, wenn ein Backup nicht ordnungsgemäß abschließt, schick mir eine Mail. Und dann weiß ich Bescheid. Ich muss nachgucken, warum hat das nicht ausgelöst. Es kommt ab und zu mal vor. Manchmal ist es der Traffic oder warum auch immer, das vielleicht auf der anderen Seite nicht erreicht. Dann schaut man nach, macht selber nochmal ein manuelles Backup und wenn dann alles wieder funktioniert, dann sollte es auch wieder rund laufen. Ich werde mich nochmal hier gesondert mit einer Folge auseinandersetzen und das ausführlich dir erklären, wie meine komplette Strategie ausschaut, wie das abläuft und wie man die Sachen einstellt. Aber das würde hier jetzt komplett den Rahmen sprengen.

Kommen wir zum nächsten Punkt, was du von Anfang an mit auf deiner Liste haben musst. Und das ist der erste Besucher. Für wen baust du diese Seite überhaupt auf? Versteht der erste Besucher auf deiner Landingpage, auf deiner Homepage überhaupt, was du anbietest? Und kannst du das ihm leicht erklären? Oder wie leicht machst du ihm das, die Information zu finden? Hier geht es nicht nur um die Texte, die du auf deine Webseite stellst, sondern auch um das Layout, erstmal vorzugsweise um alle öffentlich zugänglichen Seiten. Die sollten responsive sein. Das heißt, sie sollten auf einem Laptop sowie auf einem mobilen Device gut nutzbar sein. Da gibt es keine Ausnahme und heutzutage, ja, du kennst es selbst, du googelst oder suchst wahrscheinlich eher über dein Handy als über ein Laptop. Da schauen wir öfters mal rein, kriegen hier eine Mail, klicken dahin, kommen auf den Link und meistens sind diese Startseiten und Landingpages viel wichtiger für Mobile als für den Laptop. Aber dennoch sollte das für beide Geräte gut funktionieren. Der Layout-Kurs ist wieder abhängig davon, wo du den Fokus setzt, ob deine Teilnehmer das eventuell neben einer Tätigkeit nutzen können. Also ich kann mir zum Beispiel vorstellen, wenn du etwas anbietest, was mit Fitness zu tun hat und hast da bestimmte Übungen, dann nimmt sich jemand vielleicht eher sein Handy oder sein iPad mit, stellt sich das daneben, um dann die Übungen eins zu eins nachmachen zu können in deinem Kurs, als dass er sich ein Laptop oder das Ganze am Schreibtisch oder im Büro macht. Wenn du aber jemanden hast, der jetzt so wie wir hier eine WordPress-Seite bearbeiten, aufbauen, dann nutzt du wahrscheinlich diesen Kurs eher am Laptop. Deswegen wäre mir für 7BizWorks eher wichtiger, dass das ganze Kurs-Layout auf einem Laptop oder auf einem Desktop-Bildschirm super aussieht und mobile wird mitgenommen, aber hat nicht den Fokus.

Aber egal, ob für dich der Fokus auf Mobile liegt oder auf Laptop, egal wo es ist, es muss verständlich und einfach bedienbar sein. Also klare Struktur, klare Sprache, Farbgebung, wo muss der User klicken, der darf nicht rätseln, wie er zum nächsten Schritt kommt. Der nächste Punkt auf der To-Do-Liste für den Anfang ist der Kaufprozess. Wenn du da angekommen bist, dann gilt der Fokus vollkommen auf den Kaufprozess. Der muss reibungslos sein, ebenfalls verständlich, rechtssicher und technisch sicher. Alles andere auf deiner Seite kann von Standard bis okay sein. Aber der Kaufprozess, der muss sitzen und zuverlässig ablaufen. Hier entscheidet sich, ob das, was du alles aufgebaut hast, dann Früchte trägt. Hier entscheidet sich, ob jemand überhaupt reinkommt. Funktioniert der Kaufprozess nicht, ist relativ schnell viel Vertrauen in deine Seite verloren gegangen oder geschädigt. Und es wird immens schwer sein, dieses Vertrauen wieder aufzustellen. Wenn sich jemand schon mal entschieden hat zu sagen, die Werbung dafür oder welchen Content du bisher produziert hast, gefällt mir. Ich möchte den Kurs daran teilnehmen und man kann ihn nicht kaufen, nicht weil du ihn nicht freigeschaltet hast, sondern weil der Kaufprozess nicht funktioniert. Und denjenigen wieder zu gewinnen, zu sagen, hey, jetzt geht’s, komm nochmal, versuch’s nochmal, ist gar nicht so einfach. Und den kannst du auch schwer überzeugen, weil dein Kurscontent kann ja mega genial gut sein, aber den hat er noch nicht gesehen, dein potenzieller Käufer. Und den musst du jetzt nochmal davon überzeugen, dass der technische Kaufprozess doch wieder funktioniert. Natürlich können Probleme aufkommen und das wird vielleicht auch mal sein, dass da nicht alles rund läuft. Aber wenn du den Fokus darauf setzt, dass dieses Problem wirklich so gering wie möglich zu halten, dann hast du eine Menge Last von dir und auch Sorgen von demjenigen genommen, der versucht, deinen Kurs zu kaufen.

Und wenn dein User einmal drin ist, greift der nächste Punkt auf unserer Liste, nämlich die Funktion und das Outcome für den. Das ist ein Punkt, der ganz am Ende der Aufbauphase steht, also er liegt noch sehr in der Ferne, aber auf den arbeitest du ja gezielt hin. Denn wie kann sich dein User einloggen, wenn der Kaufprozess erfolgreich war? Wie kommt dein Teilnehmer rein? Kriegt er automatische E-Mail? Kriegt er ein Passwort oder kriegt er einen automatischen Login-Link? Wie findet er sich zurecht? Wo fängt er an? Was sind die ersten Informationen, die er bekommt, wenn er auf deine Kursplattform Zugriff hat? Bekommt er auch das, wofür er bezahlt hat? Also bekommt er den richtigen Kurs zugewiesen? Hat er die richtigen Rollen? Hat er die richtigen Rechte? Kann er alles sehen, was du angegeben hast? Das ist die einzige Frage, die zählt, wenn jemand auf deine Kursplattform kommt nach dem Kaufprozess, wenn er also zum allerersten Mal sich einloggt. Und das gilt es sehr ausführlich zu testen, durch dich selbst und dann später auch vielleicht mit Unterstützung von anderen. Kein System ist von Anfang an perfekt, wenn es überhaupt mal perfekt ist, aber das ist vielleicht auch nicht das Ziel, sondern es muss zuverlässig funktionieren und das Outcome muss so perfekt wie möglich sein für deinen Kursteilnehmer.

Und wenn wir vom Kursteilnehmer einmal rumschwenken, also 180 Grad drehen, dann sind wir bei dir. Ein Punkt, den man schnell aus dem Auge verlieren kann, ist nämlich die Aufgaben, die ja du hast. Du bist nicht nur ein Kurs-Creator, du bist auch dann ein Betreiber dieser Plattform. Kannst du dein eigenes System effizient verwalten? Hast du einen Plan für Updates, zum Beispiel, dass du wöchentlich diese prüfst, dass deine Backups laufen und dass du auch immer ein Backup vor einem Update machst, gegebenenfalls ein Update erst auf einer Testseite austestest, ob das alles funktioniert, bevor du das auf der produktiven Seite einsetzt und eventuell ein Problem erzeugst oder die Seite komplett zerschießt, auf dem gerade aktive Kursteilnehmer, die für dein Content bezahlt haben, deinen Kurs absolvieren. Wie gehst du um mit der Kommunikation mit deinen Nutzern? Hast du ein Kontaktformular? Hast du dir was schon zurechtgelegt? Hast du eine FAQ, die eventuell schon Fragen auch in deinem Kurs direkt abfangen kann? Dann sparst du dir halt die aktive Kommunikationszeit für Fragen, die du eventuell fünf bis zehnmal am Tag gleich beantwortest, weil immer dieselbe Frage aufkommt. Und aktualisierst du deine Inhalte? Wie verwaltest du die, ohne dass es dich halt eben immer wieder neue Mehrfachstunden kostet, die dich massiv aufhalten? Das sind alles Sachen, die für dich als Manager dieser Seite dann auftauchen. Und hier möchte ich dich als Kurs-Admin auf allen Ebenen in meinen Kursen, mit meinen Inhalten und natürlich auch diesem Podcast unterstützen, damit du dich darauf gut vorbereiten kannst und das auch direkt in deine Aufbauphase mit integrierst und weißt, dass du das auch von Anfang an managen kannst.

Der letzte Punkt auf der To-Do-Liste sind rechtliche Vorgaben. Hier nur ein paar Stichpunkte, ohne zu sehr auf die einzelnen Themen einzugehen. Das ist quasi ein komplett eigenes Kapitel für sich und ich bin auch kein Rechtsanwalt, ich bin keine Rechtsberatung, aber dennoch möchte ich dich auf diese Themen hinweisen. Die Pflichtangaben im Impressum müssen stimmen, sie müssen da sein, das sind unsere Vorgaben hier in Deutschland, dass wir das ordnungsgemäß dort preisgeben. Du hast auch eine Pflicht, eine angemessene entsprechende Datenschutzerklärung auf deiner Webseite zu stellen, die halt eben auch in verständlicher Sprache deinem Besucher verdeutlicht, wie gehst du mit Daten um, was setzt du ein, was passiert, was speicherst du und den ganzen Themen, die dazugehören. Und das nur dort zu schreiben ist eine Sache, weil dafür musst du dein System kennen und verstehen, aber du musst es auch einhalten, also du musst den Anforderungen der DSGVO auch dann nachkommen. Das bezieht sich auch mit auf das Cookie-Consent-Management. Also da musst du auch wissen, was passiert auf deiner Seite, was wird gesetzt. Und zu guter Letzt die konforme Rechnungsausstellung im Kaufprozess, auch ein wichtiges Thema. Auch der Grund, warum ich mich letzten Endes für WooCommerce als Shop-Tool entschieden habe. Ich hätte gerne ein anderes Tool genutzt, aber viele Sachen sind einfach für uns in Deutschland nicht nutzbar, weil sie sich nicht an das deutsche Recht halten. Warum auch? Es sind Hersteller aus USA, aus Indien oder wo auch immer her, die super geile Plugins zusammenschustern, aber halt immer für uns. Entweder brauchen wir irgendeinen kniffigen Workaround, der eventuell mit einem Update dann wieder zerschossen werden kann. Somit nutze auf jeden Fall ein Shop-Tool, was allen Rechten und Vorgaben hier in Deutschland entspricht und auch eben der besagten Rechnungsstellung sicherstellt, dass die konform abläuft. Du musst bereit sein für Anfragen. Welche Daten hast du über einen Kundenteilnehmer gespeichert? Die musst du herausgeben können, wenn die Anfrage dazu kommt und du musst auch sicherstellen, dass sie auch konform gelöscht werden. Und das solltest du vorher wissen und testen und nicht erst, wenn jemand danach fragt.

Für mich sind das Grundsätze geworden. Nicht, weil ich ein großer Fan von diesen Regelungen bin und auch kein großer Fan der DSGVO. Teilweise, vor allem Cookies, finde ich extrem nervig. Aber diese Grundsätze sind da, weil ich selbst hier auf der sicheren Seite stehen möchte und natürlich auch das vertreten kann, weil ich nicht immer nur mich als Anbieter sehe, sondern ja auch mich als Kunden. Wenn ich irgendwo anders auf eine Webseite gehe und tätige da einen Kauf, möchte ich auch sicherstellen, dass meine Daten, meine Adresse oder was ich auch immer angeben muss, dort sicher verwahrt sind und nicht in der Welt verbreitet werden.

All diese Punkte wie Sicherheit, Backup, Struktur im Aufbau, Outcome für deine Teilnehmer, dein Admin-Umfang und rechtliche Regelungen sind leider kein Bonus. Sie sind Teil des Fundaments, auf dem du alles aufbaust. Die anderen Themen, die wir in dieser Miniserie besprochen haben, Cache, Statistik, SEO, Community, das kommt alles danach, wenn die Zeit dafür gekommen ist. Weglassen ist keine Schwäche. Das ist eine strategische Entscheidung. Ich habe das selbst mehrfach durchgemacht, mehrfach durchgespielt und meine geplante Kursstruktur für 7BizWorks ist dadurch schlanker geworden. Das heißt, es ist für mich auch einfacher, sie dir strukturierter zu präsentieren und sie ist auch effektiver geworden. Auch für dich als Outcome hast du genau gezielt das, was du brauchst und nicht noch hier ein Feature und hier ein Feature obendrauf. Ich habe dafür auch endlich dann einen passenden Namen gefunden. Das wird dann der WPCourseStack sein. Und all diese genannten Punkte sind dann auch beinhaltet. Und natürlich sind die Parts aus der Miniserie dann halt eben nicht drin. Nicht, weil ich dir diese Informationen, die wir in der Miniserie besprochen haben, vorenthalten möchte, sondern weil ich auch ehrlich gegenüber mir selbst war, was ist denn überhaupt dein Ziel? Was ist der Fokus? Und du willst eine Kursplattform aufbauen. Das ist das Ziel. Das Ziel ist nicht das perfekte System auf dem Papier mit noch mehr Sachen, die man erstmal nicht braucht. Du willst eine verlässliche Plattform aufbauen, die du auch selbst managen kannst und die deine Kursteilnehmer sauber durch deinen Kurs führt.

Nun sind wir am Ende dieser Miniserie. Ich freue mich schon auf die nächste Episode. Ich hoffe, du auch. Wenn du Zeit findest, schau auf meine Webseite sevenbizworks.de als Wort geschrieben. Trag dich in die Mailing-Liste ein und erhalte dann Informationen rund um 7BizWorks. Ich hoffe, dir hat es gefallen. Nimmst einiges mit aus dieser Miniserie und bis zum nächsten Mal. Ich freue mich auf dich. Ciao.

In dieser Episode

Der Abschluss der Miniserie: die Dinge, die von Anfang an stehen müssen, bevor der erste Besucher kommt.

Episoden Shownotes

Mailingliste

Hinweise zum Datenschutz findest Du in der Datenschutzerklärung.

WordPress Kursplattform starten – Podcast Cover EPS 010

WordPress Kursplattform starten: Was zuerst stehen muss

Die erste Sicherheitslücke einer frischen WordPress-Installation wird nicht in Wochen gefunden. Meistens reichen ein paar Stunden, bevor automatisierte Bots die Standardpfade abklappern. Nicht weil jemand gezielt hinschaut, sondern weil das Internet ständig danach sucht. Wer eine WordPress Kursplattform starten will, kommt an diesem Punkt nicht vorbei: Bevor der erste echte Besucher da ist, war dein System längst im Visier von etwas, das keine Pause macht.

Das ist der Abschluss meiner Miniserie „Was du am Anfang nicht brauchst“. In den letzten vier Folgen ging es um Cache, Statistik, SEO und die Entscheidung zwischen Kurs und Community, alles Dinge, die warten können. Diese Folge dreht den Blick um und fragt: Was darf nicht warten?

Sicherheit als erster Baustein

90 Prozent aller WordPress-Sicherheitslücken stecken in Plugins, nicht im WordPress-Kern selbst. Klingt nach einem logischen Grund, möglichst wenige davon zu installieren, aber so einfach ist die Rechnung nicht, wie ich in der Folge erkläre. Dazu kommt die Frage nach dem Log-in selbst: Wie lang muss ein Passwort eigentlich sein, damit es tatsächlich schützt, und welche zwei, drei Einstellungen erledigen den Großteil der Arbeit in wenigen Minuten?

Backups, bevor du sie brauchst

Ein Backup ist für mich kein Punkt für später. Wie viele Kopien wirklich reichen und wo sie liegen sollten, ist eine Frage, die ich mir selbst schon gestellt habe, und für die ich mir ein Prinzip aus einer ganz anderen Ecke meines Lebens geliehen habe. Genauso wichtig wie das Backup selbst ist die Frage, ob es im Ernstfall überhaupt funktioniert. Ein Backup, das noch nie wiederhergestellt wurde, ist eine Vermutung, keine Absicherung.

Der erste Eindruck und der Kaufprozess

Für wen baust du deine Kursplattform eigentlich? Der erste Besucher muss in Sekunden verstehen, worum es geht. Und sobald jemand kaufen will, entscheidet sich alles Weitere an einer einzigen Stelle. Was dort im Detail schiefgehen kann, und warum ein technischer Fehler an dieser Stelle mehr kostet als nur einen Verkauf – darauf gehe ich ebenfalls ein.

Du als Betreiber

Du bist nicht nur Kurs-Ersteller, sondern auch Betreiber deiner eigenen Plattform. Das bringt eine zweite Rolle mit sich, für die kaum jemand einen Plan hat, bevor die erste Support-Anfrage kommt. Aber sich dem bewusst zu werden, ist der erste Schritt, um damit auch umgehen zu können.

Rechtliche Basics

Impressum, Datenschutzerklärung, Cookie-Consent und eine rechtskonforme Rechnungsstellung gehören zu der Basis deiner Kursplattform, nicht zur Kür. Warum ausgerechnet dieser letzte Punkt bei mir zur Wahl meines Shop-Tools geführt hat, erfährst du heute hier in meinem Podcast.


Summary

  • Die drei WordPress-Einstellungen, die die meisten automatisierten Angriffe sofort blockieren
  • Der Unterschied zwischen „ich habe ein Backup" und einer tatsächlich funktionierenden Backup-Strategie
  • Warum der Kaufprozess mehr Aufmerksamkeit verdient als jeder andere Teil deiner Seite
  • Die Admin-Aufgaben, die mit dem Betrieb einer eigenen Plattform dazukommen
  • Die rechtlichen Basics, die vor dem Start stehen müssen, nicht danach