EPS 007 – Miniserie „Womit du dich nicht am Anfang beschäftigen solltest“ (Folge 2)
Das ist der 7BizWorks Podcast. Ich bin Niels und ich begleite dich beim Aufbau deiner eigenen Coaching-Plattform mit WordPress. Strukturiert, datenschutzbewusst und mit einem Plan, der in deinen Alltag passt. Ich freue mich, dass du heute dabei bist.
Hi und willkommen zur Fortsetzung der Miniserie „Womit du dich nicht am Anfang beschäftigen solltest“. Es sind Themen und Aufgaben, die du ganz bewusst aus deiner Aufbauphase herausnehmen solltest. Manche solltest du sogar erst ganz konkret nach deinem ersten Kurs-Launch ins Auge fassen solltest. Mach dir Luft, um dich auf diese wirklichen und wichtigen Themen am Anfang zu konzentrieren. Jede Folge von dieser Miniserie nimmt auch Bezug bzw. begründet meine Kursinhalte für 7BizWorks, wenn es darum geht, deine eigene Kursplattform aufzubauen.
Ich bin ein Typ, der von Anfang an immer das Verlangen hat oder wissen will, wer auf meine Seite kommt. Wer ist der Besucher? Woher kommen die Leute, die bestimmte Dinge anklicken? Wie lange bleiben sie auf der Seite? Das klingt wahrscheinlich auch in deinen Ohren nach Vernunft und dass es richtig ist und das ist es im Grunde auch. Aber Daten sollte man nicht nur sammeln, weil es Daten sind, sondern weil du und ich daraus direkte Erkenntnisse ableiten sollten.
Es ist ein Grundstein für mich, auch aus meinem Hauptjob als Qualitätsmanagementbeauftragter, mich mit Daten, Zahlen und Fakten zu beschäftigen und daraus Schlüsse zu ziehen und Aufgaben vorzunehmen oder Maßnahmen einzuleiten und nicht auf Annahmen oder zu raten, was jetzt der beste nächste Schritt ist. Daher ist es natürlich logisch, dies direkt von Anfang an mit einzubeziehen. Also habe ich auch früher immer mit als erstes gleich ein Statistik-Plugin installiert, auf meinen anderen Webseiten immer direkt damit begonnen, Daten zu sammeln.
Tja, und am Anfang, was passiert da? Man schaut ins Dashboard und da ist dann nicht wirklich viel oder vielleicht sogar gar nichts an Daten. Und dann saß ich vor Zahlen, wenn sich ein paar Zahlen angesammelt haben, die mir eigentlich überhaupt nichts gesagt haben am Anfang. Sag mal, du hast 47 Besucher in einer Woche gehabt. Okay, und jetzt, was fängst du damit an?
Und umso öfter ich diesen Moment hatte, auch in den Aufbauphasen, habe ich gemerkt, das ganze Thema Statistik ist erst nur sinnvoll, wenn zwei Punkte erfüllt werden. A, die Frage an dich selbst, was will ich denn von meinem System wissen? Und wahrscheinlich kennst du diese Frage in deiner Aufbauphase noch gar nicht, vor allem, wenn du dich zum ersten Mal mit so einer Kursplattform beschäftigst. Und der zweite Punkt, es sind ja kaum Daten am Anfang vorhanden, mit denen du wirklich etwas anfangen kannst.
Aber bevor wir uns auf die Gründe einschießen, warum du dich nicht mit einem komplexen Statistiksystem befassen solltest am Anfang oder was du anstatt dessen machen solltest, schauen wir uns einmal kurz erstmal an, was hat eigentlich ein Statistik-Plugin für Funktionen? Was macht das überhaupt auf deiner Seite?
Ein Statistik-Plugin hängt sich in jeden Seitenaufruf ein. Es registriert zum Beispiel, wo jemand herkommt, was er anklickt oder wann er deine Seite wieder verlässt. Das passiert auf derselben Datenbank, wo WordPress Daten hinterlegt. Also jeder Besucher schreibt mindestens, wenn nicht sogar mehrere Datensätze hinein. Es wird also nicht nur etwas abgerufen. Am Anfang ist das wahrscheinlich sehr wenig Traffic, also wird man kaum spüren. Die Datenbank ist zu dem Zeitpunkt auch noch relativ klein und somit ist die gesamte Ressourcenlast, die dadurch entsteht, auch sehr klein, minimal und nicht spürbar. Für die ersten Monate ist das vollkommen legitim und du wirst dann in der ersten Phase auch erst erkunden können, was will ich überhaupt wissen, welche Fragen muss ich stellen.
Es gibt gravierende Unterschiede zwischen diesen Zahlen, also vor allem Zahlen, die gut aussehen. Wenn du sagst, ich habe ganz viele Besucher, das ging gerade die letzten Wochen steil nach oben und es gibt diese Zahlen, die dir wirklich helfen, Entscheidungen zu treffen. Wie das Beispiel, die 47 Besucher, zum Beispiel in einer Woche, ist eine Zahl, die sagt erstmal so überhaupt nichts darüber aus, ob dein System und deine Ziele, die du verfolgst, ob diese Zahl auch wirklich einen positiven Effekt hat.
Die Fragen, die wirklich zählen, sind, wo steigen deine Besucher ein? Also auf welcher Seite landen sie zuerst? Woher kommt der organische Traffic? Das könnte deine Startseite sein oder Landingpages aus einem Newsletter oder wenn du Ads bei Facebook, Google geschaltet hast, dass die Leute dort auf einen Link klicken und dann auf eine bestimmte Landingpage kommen. Oder von YouTube, von einem Video, wo du einen Link gesetzt hast. Oder aus deinem Podcast, wo du auf eine ganz bestimmte Seite hinweist.
Wenn du deine Haupteintrittspunkte kennst, dann kannst du Rückschlüsse darauf ziehen, ob dein Ad oder ein bestimmtes Video wirklich funktionieren und Leute von diesem Ad oder dem Video auf deine Seite bringen. Denn du kannst ja 10.000 Views haben und von mir aus auch 10.000 Likes auf einem Video. Aber wenn von dort aus niemand den Link, den du dort empfiehlst, klickt, um auf deine Seite zu gelangen, dann sind diese 10.000 Views schön, aber sie helfen dir ja nicht, neue Leute auf deine Seite zu bringen. Und hast du auf einem Video 1.000 Views und dafür aber 100 Klicks von Leuten, die auf deine Seite kommen, dann ist dieses Video einfach mal zehnmal effektiver als das andere Video mit den 10.000 Views.
Und das Gleiche gilt für das Wissen, wo steigen die Leute aus. Welche Seite ist der letzte Kontaktpunkt, den sie hatten, bevor sie raus sind? Ist es immer wieder derselbe oder ist es immer eine andere? Kommen sie auf eine Eintrittsseite und verlassen sofort wieder deine Seite oder stöbern sie erst durch zwei, drei Blogbeiträge? Gehen sie immer an demselben Blogbeitrag raus? Wenn es zum Beispiel immer der letzte von dir ist, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie draufgegangen sind, haben sich angeguckt, kennen vielleicht schon die alten. Es gibt dir über eine Zeit hinweg eine deutliche Resonanz, was gut funktioniert und was nicht.
Auch spannend sind, wo bricht jemand einen Kauf ab? Bricht er den zum Beispiel schon bereits auf der Landingpage ab und kommt gar nicht erst auf deine Verkaufsseite? Oder bricht er auf der Auswahlseite von deinem Shop ab? Bricht er kurz vor der Bezahlung ab? Das sind alles Verhalten von den Leuten, die ja für dich erstmal nur Interessenten sind.
Der nächste Schritt wäre, wie verhält sich ein Kursteilnehmer? Neben der Viewtime auf den Videos in deinem Kurs kannst du ja dann herausfinden, wo klickt dieser? Nutzt er zusätzliches Material? Schaut er noch sich weitere PDFs an? Oder nutzt er weitere Links? So wenn du zum Beispiel einen Kurs hast und du möchtest, dass der Kursteilnehmer auch später einen neuen Kurs kauft und du schaltest zum Beispiel einen Hinweis davon in deinem jetzigen, in deinem ersten Kurs, klickt der weiter, interessiert der sich auch für neue Themen, die du anstrebst.
Und das ist alles, das ist ein großes Thema, sehr spannendes Thema und du kannst zusätzlich noch herausfinden, wonach suchen deine Besucher oder auch Kursteilnehmer, wenn du ein Dokumentationssystem in deinem Kurs oder in deiner Kursplattform mit integrierst. Ich kenne das von internen Dokumentationssystemen, von meiner Arbeit. Dort kann ich sehen, wonach suchen die Leute am meisten, was sie nicht finden. Ohne deine eigene Recherche und ohne eine Vermutung nur anzustellen, hast du eine super Informationsgrundlage, mit der du drastische Optimierungen einleiten kannst, wo du die Information in Anführungsstrichen total ohne Zeitaufwand erhältst. Das sind vielleicht auch nicht immer schöne Zahlen, aber die sind effektiv, weil die sind deine Entscheidungsgrundlage, was du als nächstes tun kannst oder was du verbessern kannst, damit das gesamte Erlebnis für den User besser wird.
Aber, und hier kommt der Knackpunkt, diese Fragen kannst du erst sinnvoll beantwortet bekommen, wenn genug Daten da sind, also wenn genug Traffic auf deiner Seite ist, wenn Leute auch deinen Kurs kaufen, einsteigen, diesen nutzen und dafür benötigst du ein System, um die Leute natürlich auf deine Seite zu kriegen und sie aber eben auch zu halten.
Nun gibt es sehr unterschiedliche Varianten, wie man Statistiken führen kann oder die Daten aufbauen. Wir können ein internes Statistik-Plugin mit auf der WordPress-Seite installieren. Das heißt, dieses Statistik-Plugin wohnt in dem Haus dort auch, wo WordPress wohnt. Es sitzt direkt neben dir, neben dem Admin, nutzt dieselben Ressourcen. Also es nutzt auch Strom und Wasser aus dem Haus. Gespeist also auch die Rechenleistung von der CPU und die RAM-Leistung. Alles was es tut ist, dass es Daten sammelt, speichert und auswertet. Das passiert alles auf dem Server, wo auch dein Shop läuft, die Login-Daten für die User verwaltet werden, deine Kursinhalte ausgeliefert werden, eventuell dein Blog, dein Podcast, was auch immer du auf deinem Server hast. Alles wird von derselben CPU und RAM bedient. Das ist praktisch und am Anfang stört das auch niemanden, weil wenn noch nicht so viel Traffic da ist, werden weniger Daten geschrieben und weniger Daten abgerufen.
Eine externe Lösung ist im besten Falle ein ganz anderes Haus, am besten dann auf einem ganz anderen Server. Eine eigene Datenbank, komplett getrennt von deiner aktuellen WordPress-Installation. Dein Besucher betritt deine Seite und diese Seite sendet dann ein Signal still und leise an den anderen Server und dort wird dann gezählt, gespeichert, ausgewertet. Deine aktuelle WordPress-Instanz bekommt also von dem gesamten Statistikaufwand, von der gesamten Rechenleistung nichts mit.
Der Unterschied bleibt unsichtbar, solange alles relativ ruhig auf deiner Kursplattform ist. Es wird spürbar, wenn viel los ist und meistens genau dann, wenn es darauf ankommt, wenn du zum Beispiel einen Kurs-Launch hast oder wenn deine Kursplattform richtig an Fahrt aufgenommen hat und du viele Teilnehmer hast und viel drauf gesucht oder halt eben angeschaut wird.
Und ein Statistik-Plugin, was auf deiner WordPress-Installation sitzt, also im gleichen Haus, dort laufen dann alle Vorgänge zentral ab und das Ganze startet an einem bestimmten Zeitpunkt und läuft dann über eine sehr lange Zeit fort. Somit werden auch viele Daten gespeichert, viele Informationen werden abgelegt. Am Anfang kein Problem, aber nach einem Jahr mit vielen Besuchern ohne Aufräumen von alten Daten, dann quillt irgendwann dein Ablagefach, nämlich die Datenbank, über und alle Vorgänge werden langsamer und langsamer.
Also Statistik-Plugins sind schreibintensiv, vor allem, wenn du halt eben viele Informationen auch wissen willst. Bei einem Einzelnen, nur beim Besuch, geschrieben, wer ist da, was hat er geklickt, wo ging er hin, wo ging er raus, das sind schon mehrere Schreibvorgänge, die da passieren, also es wird ja nicht nur was gelesen. Und je mehr Besucher, desto mehr gleichzeitige Schreibvorgänge hast du. Das betrifft natürlich dann auch deine Kaufprozesse, dein Login, deine Kursseite, weil alles auf derselben Datenbank läuft. Ein voller Kurs-Launch mit 300 gleichzeitigen Besuchern und einem aktiven Statistik-Plugin kann irgendwann zu einem gewissen Zeitpunkt, wenn die Datenbank schon relativ voll ist, auch spürbar dein System verlangsamen. Hängt natürlich auch von der Größe der Ressourcen ab, die du auf deinem Server hast und von deinem gesamten Systemaufbau.
Du musst also ab einem gewissen Zeitpunkt ständig darauf achten, dass du regelmäßig deine Daten bereinigst von alten Statistikdaten und dass dieses auf derselben WordPress-Installationsebene halt eben nicht dein gesamtes System an der Geschwindigkeit runterdrückt. Mit einer externen Lösung ist es natürlich eine andere Geschichte, aber du hast mit einem externen System eine weitere Ebene, die du bedienen, managen und kennenlernen musst.
Und egal, ob es intern oder extern läuft, und bei extern ist es wahrscheinlich noch wesentlich anspruchsvoller, ist der Datenschutz immer ein großes Thema. Hier werden viele Daten gesendet und eventuell bei bestimmten Plugins sogar an andere externe Server, die du gar nicht so wahrgenommen hast, weil das Informationen sind, die das Statistik-Plugin sammelt. Gerade wenn es extern ist, liegt es eventuell auf einem anderen Server, der ja nicht dir gehört und dann musst du sicherstellen, dass du DSGVO-konform arbeiten kannst. Bei einem internen Plugin ist es wahrscheinlich eher einfacher.
Nehmen wir als Beispiel WP Statistics. Das ist ein kostenloses Plugin, das lokal auf deiner WordPress-Instanz speichert und zwar kannst du es so einstellen, dass es DSGVO-freundlich ist. Aber auch hier gilt, informiere dich, was das Plugin konkret macht, bevor du es installierst oder auch eben einschaltest. Zum Beispiel solltest du darauf achten, dass die Daten, die gesammelt werden, möglichst anonymisiert gespeichert werden. Dann hast du den größten Teil oder die größte Hürde der DSGVO schon einmal angegangen und musst eben noch sicherstellen, dass nicht doch noch irgendwo hin was gesendet wird, was nicht konform wäre. Deswegen musst du hier ganz besonders aufpassen, wenn du externe Dienste nutzt, die vielleicht erstmal gut klingen und womöglich noch Google irgendwie mit einbinden und so, dann musst du da ganz genau hinschauen, was dort passiert und was für dich von der gesetzlichen Regelung her erlaubt ist.
Wenn du merkst, dass deine Seite unter Last langsamer wird, dann ist es höchste Zeit hier zu reagieren und eine Alternative einzuleiten. Wenn du anfängst, ernsthafte Entscheidungen auf Basis von Daten zu treffen, dann willst du natürlich auch verlässliche Daten haben und vielleicht auch sehr spezielle Daten, die ein kostenfreies Plugin eventuell nicht immer liefern kann. Dann kommen alle Vorteile auch einer externen Lösung zur Geltung. Denn wenn sie gerade nicht auf demselben Server läuft, merkt dein WordPress davon erstmal nichts. Kein Schreibzugriff auf einer ganz anderen Ebene und auf dem anderen Server kann vielleicht auch die Datenbank sich dann ganz anders aufblähen, interessiert erstmal deine Kursplattform nicht. Auch wenn es vielleicht auf deiner Kursplattform mal etwas hakt, dann läuft das Tracking trotzdem normal weiter, weil es auf einem anderen Server ist. Und du kannst dort eventuell die ganze Statistiklast anders skalieren, weil du andere Ressourcen zur Verfügung hast, die nur für das Statistik-Plugin dann gegeben sind.
Aber das ist ein späteres Kapitel. Erst, wenn du echten großen Traffic hast, der es rechtfertigt oder du wirklich sehr spezielle Fragen stellst, was du wissen möchtest von deinen Besuchern und ein kostenfreies Plugin auf deiner WordPress-Instanz diese Daten nicht erfassen und dir keine Auswertung dazu geben kann.
Statistik im Gesamten ist kein einfaches Thema und das darfst du natürlich nicht ignorieren. Aber es ist ein Thema, was du erst brauchst, wenn du auch was zu messen hast. Und wenn du damit beginnst, starte einfach. Starte DSGVO-konform. Wie erwähnt, WP Statistics ist ein super Plugin für den Start, es ist kostenlos, es ist lokal, es ist relativ unkompliziert, du kannst die Daten anonymisieren und das schaltest du frei, sobald du mit deiner Kursplattform offiziell startest. Sobald die frei zugänglich ist für die Öffentlichkeit, dann kannst du kurz davor ein Plugin dieser Art installieren und nutzen, damit du erstmal lernst, was für Daten gibt es und dann werden die Fragen aufkommen, was du wissen willst und dann kannst du anfangen zu optimieren.
Wenn dann die Leistung zu hoch wird, dann kannst du auf eine externe Lösung umsteigen. Hierfür gibt es auch Möglichkeiten, das auf einem weiteren zusätzlichen eigenen Server zu machen, aber erst wenn der Traffic das auch rechtfertigt. Bis dahin ein simples Plugin, regelmäßig auch bereinigen, schau da alle paar Monate mal in die Datenbank, damit du ein Gefühl kriegst, was werden denn da überhaupt für Daten gesammelt, wie hoch ist das Aufkommen und starre nicht jeden Tag auf die Zahlen am Anfang, weil die werden dir erstmal nicht wirklich viel sagen.
Das war es mit der zweiten Folge aus dieser Miniserie. Sei dabei, wenn es weitergeht mit der dritten Folge und ich teaser jetzt mal, das nächste Thema wird sein SEO-Plugins, also die Optimierung deiner Webseite für Suchmaschinen und für die KI-Agenten. Ich freue mich drauf, ich hoffe, du dich auch. Bis dahin und mach’s gut.
Das war’s für heute. Vielen Dank, dass du bis hierhin zugehört hast. Wenn du mehr Unterstützung für dein Online-Business benötigst, dann schau auf meiner Webseite vorbei. sevenbizworks.de oder nutze den Link in den Shownotes. Auf bald, bis zur nächsten Episode.