SEO Grundlagen ohne Plugin: Was du beim WordPress-Aufbau schon festlegst

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Permalinks, Überschriften, Alt-Texte: Vieles von dem, was später als SEO verhandelt wird, legst du beim Aufbau ohnehin fest. Ein Plugin brauchst du dafür nicht.

Blog Post Summary

Ein neues Restaurant kann das beste Essen der Stadt haben und wartet trotzdem Wochen auf die erste Bewertung. Bei einer frisch gebauten Website ist das nicht anders, und deshalb bringt ein SEO-Plugin am Anfang wenig außer einer grünen Ampel im Backend. Was dagegen wirkt: Permalinks, die du einmal richtig setzt, eine Überschriftenstruktur, die hält, Verlinkung nach innen und außen, Alt-Texte für deine Bilder. Ich gehe die Punkte durch, die beim WordPress-Aufbau ohnehin anfallen, und sage am Ende, an welchen zwei Stellen ich das Plugin dann doch dazuhole.

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SEO Grundlagen ohne Plugin: Was du beim WordPress-Aufbau schon festlegst

Ein neues Restaurant kann das beste Essen der Stadt haben. Die erste Bewertung kommt trotzdem erst Wochen später. Ein Ruf bildet sich über Zeit, ziemlich unabhängig davon, wie gut die Küche am ersten Abend schon war.

Bei einer neuen Website läuft es ähnlich, und genau deshalb sind SEO Grundlagen ohne Plugin am Anfang der Teil, der dir überhaupt etwas bringt. Google schaut nicht einmal vorbei und ordnet dich dann für immer ein. Es wird geschaut, ob sich auf deiner Seite etwas tut, ob jemand anderes auf dich verweist, wie lange Besucher bleiben. Das braucht Monate. Und in diesen Monaten kannst du eine Menge richtig machen, ohne ein einziges zusätzliches Werkzeug zu installieren.

Was mich das gekostet hat

Bei mir stand das SEO-Plugin früher ganz oben auf der Liste. Neue Website, Plugin darauf, Einstellungen durchgehen, Keywords recherchieren, Vergleiche lesen, welches der Plugins nun das bessere sein soll. Irgendwann fiel mir auf, dass ich die Optimierung von etwas betrieb, das noch gar nicht existierte. Kein Beitrag, keine Seite, kein Satz, der hätte gefunden werden können.

Was mich daran im Rückblick am meisten stört, ist das Gefühl, das dabei entsteht. Die Ampel im Backend steht auf Grün, das Häkchen sitzt, es fühlt sich nach Fortschritt an. Passiert ist trotzdem nichts. Das ist die Art von Beschäftigung, die einem den Eindruck von Arbeit gibt und die eigentliche Arbeit dabei aufschiebt.

Bemerkenswert ist übrigens, wer das ähnlich sieht: Der offizielle WordPress.com-Support schreibt selbst, dass für Indexierung und Ranking keine Plugins nötig sind und SEO-Plugins eine zusätzliche Sammlung von Werkzeugen zur Optimierung darstellen. Das kommt nicht von jemandem, der etwas gegen Plugins hat.

Die SEO Grundlagen ohne Plugin, die du beim Aufbau ohnehin setzt

Die folgenden Punkte kosten dich keine zusätzliche Zeit, weil du an den Stellen ohnehin gerade sitzt. Sie kosten dich nur dann Zeit, wenn du sie später nachziehen musst.

Permalinks

WordPress vergibt standardmäßig eine URL mit einer Zahlenfolge. Für deinen Besucher sagt die nichts aus, für Google auch nicht, für ein KI-System erst recht nicht. Umstellen dauert eine Minute, unter Einstellungen, und danach übernimmt WordPress das Muster für jede weitere Seite.

Der Teil, der länger wirkt als diese Minute, ist die Gewohnheit dahinter. Eine URL, die du später änderst, ist erst mal ein toter Link. Reparieren kannst du das über Redirects, dafür brauchst du dann aber wieder ein Werkzeug oder mehr Handarbeit. Deshalb lohnt es sich, den Namen einer Seite von Anfang an so zu setzen, dass du ihn nicht mehr anfassen willst.

Mein Tipp: Lies den Slug einmal laut, bevor du auf Veröffentlichen klickst. Tippfehler in einer URL fallen beim Überfliegen erstaunlich zuverlässig durch.

Die Einstellung, die deine Seite unsichtbar macht

In den Lese-Einstellungen sitzt eine Checkbox, mit der du Suchmaschinen bittest, deine Seite nicht zu indexieren. In der Aufbauphase ist die richtig gesetzt. Du hast eine Baustelle, da muss noch niemand hineinschauen.

Das Problem kommt später. Diese Einstellung meldet sich nie wieder von selbst. Deine Seite geht live, sie ist erreichbar, Besucher können alles aufrufen, und für Google existiert sie trotzdem nicht. Keine Fehlermeldung, kein Abbruch, es kommen einfach keine Besucher über die Suche. Wochen können vergehen, bis jemand auf die Idee kommt, dort nachzusehen.

Der Moment zum Umschalten liegt in meinen Augen früher, als viele denken: Sobald jemand auf deiner Seite etwas findet, das ihm hilft. Eine Startseite mit ersten Informationen, eine Newsletter-Anmeldung, ein paar Videos. Der Kurs muss dafür bisher nicht fertig sein.

Überschriften

Eine H1 pro Seite, darunter H2, H3, so tief, wie es der Inhalt hergibt. Das liest sich für Menschen angenehmer, und es ist gleichzeitig die Struktur, an der eine Suchmaschine und ein KI-System erkennen, worum es bei dir überhaupt geht.

Gebrochen wird diese Regel fast immer aus demselben Grund: Man will an einer Stelle eine größere Schrift und greift zur nächsthöheren Überschriftenebene, weil die optisch passt. Genau deshalb haben wir das im Bricks Builder anders aufgezogen und die Ebene von der Darstellung getrennt. Die Größe ist eine Design-Frage. Die Ebene ist eine Struktur-Frage. Wenn beides am selben Schalter hängt, gewinnt am Ende immer das Auge.

Verlinkung: der Punkt, den ich am längsten unterschätzt habe

Interne Verlinkung kennen die meisten als Regel. Neue Seite, ein paar Links auf verwandte Inhalte, fertig. Was mir länger gedauert hat zu verstehen, ist die andere Richtung: Links nach außen.

Auf den ersten Blick wirkt das verkehrt. Warum solltest du jemanden von deiner Seite wegschicken? Weil du damit zeigst, dass dein Inhalt in einem größeren Zusammenhang steht und du nicht ausschließlich auf dich selbst verweist. Für eine Suchmaschine und für ein KI-System ist das ein Glaubwürdigkeitssignal. Wer zitiert, ordnet sich ein.

Für Menschen funktioniert es genauso, und dafür brauchst du kein Modell im Kopf, sondern nur die eigene Erfahrung. Du kennst diese Vergleichsartikel, in denen fünfzehn Produkte nebeneinanderstehen, jedes mit einem Shop-Link daneben, dazwischen noch Werbung. Man liest da nicht, man scrollt. Die Glaubwürdigkeit ist weg, bevor der erste Satz gelesen wurde.

Und dann gibt es den anderen Fall. Zwei oder drei Dinge werden verglichen, jemand sagt, welches er nimmt und warum, und verlinkt an einer Stelle gezielt auf einen Testbericht von jemand anderem. Ob er das Produkt verkauft oder nicht, weiß man in dem Moment nicht mal. Man liest es trotzdem zu Ende. Der Unterschied liegt darin, dass da jemand einen Kontext herstellt und nicht in alle Richtungen gleichzeitig verkauft.

Nebenbei: Wer nach außen verlinkt, wird selbst eher verlinkt. Das ist kein Automatismus, aber es passiert eben nur, wenn man überhaupt Teil eines Gesprächs ist.

Alt-Texte gehören nicht nur der Suchmaschine

Der Alt-Text ist der Punkt, bei dem ich es am unangenehmsten finde, dass er meistens als SEO-Thema verhandelt wird. Ja, eine Suchmaschine kann Bilder nicht sehen und liest den Alt-Text, um einzuordnen, ob das Bild zum Inhalt der Seite passt. Das ist der eine Teil.

Der andere: Menschen, die mit einem Screenreader arbeiten, bekommen genau diesen Text vorgelesen. Ohne ihn ist an der Stelle eine Lücke. Für ein Internet, das für alle zugänglich bleibt, sollten wir das als Selbstverständlichkeit behandeln und nicht als Zusatzpunkt auf einer Optimierungsliste.

Der Aufwand ist überschaubar. Du trägst den Text direkt beim Hochladen ein, in WordPress, ohne Umweg. Beschreibe kurz, was zu sehen ist. Keine Keyword-Sammlung, einfach eine Beschreibung.

Wenn schon hundert Bilder in der Mediathek liegen, gibt es inzwischen genug KI-gestützte Werkzeuge, die das nachträglich erledigen. Ich würde trotzdem dazu raten, die ersten selbst zu schreiben. Man bekommt dabei ein Gefühl dafür, was an einem Bild überhaupt beschreibenswert ist, und kann später beurteilen, ob das, was eine KI da ausgibt, taugt.

Wo SEO Grundlagen ohne Plugin an ihre Grenze kommen

Zwei Punkte bleiben übrig, und der erste ist der erwartbare: Sobald echter Content auf deiner Seite steht, hast du etwas, mit dem ein SEO-Plugin arbeiten kann. Vorher optimiert es Leere.

Der zweite hat mit Optimierung nichts zu tun und wird für dich als Kursanbieter früher relevant. Du wirst Seiten haben, die niemand über Google finden soll. Kursinhalte hinter einer Paywall zum Beispiel. Landet dort jemand aus den Suchergebnissen, sieht er eine Login-Maske und ist sofort wieder weg. Das ist der Besucher, den du nicht wolltest, und das Signal an die Suchmaschine ist auch keins, das dir hilft.

WordPress bringt von Haus aus keine Möglichkeit mit, eine einzelne Seite gezielt auf noindex zu setzen. Dafür brauchst du ein Plugin. Es ist der gleiche Griff zum gleichen Werkzeug, nur aus einem völlig anderen Grund: Du kontrollierst, was gefunden wird, statt zu optimieren, wie es gefunden wird.

Ab wann ich SEO im eigenen Kursaufbau wieder auf die Liste nehme und warum es überhaupt so lange danebenlag, erzähle ich in der Podcast-Folge zu diesem Thema. Bis dahin darfst du das Plugin ruhig liegen lassen.